"Neue Zeiten bringen neue Ideen und machen neue Kräfte mobil."

Marie Juchacz

Das Unfassbare ist geschehen: Krieg in Europa!

Die Arbeiterwohlfahrt ist schockiert über den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine. Die Nachrichten über die Gestorbenen, darunter auch Zivilisten, erschüttern uns zutiefst. Wir bedauern außerordentlich, dass die diplomatischen Gespräche leider nicht zur Beilegung des Konfliktes geführt haben. Nun müssen wir uns darauf vorbereiten, bedrohte und schutzsuchende Menschen aus den Krisengebieten bestmöglich zu unterstützen und für humanitäre Hilfe zur Verfügung zu stehen.

Auch wir als AWO im Rhein-Kreis Neuss sind tief bestürzt über die eskalierende Gewalt und Kriegshandlungen in der Ukraine und die absehbaren verheerenden humanitären Folgen für Kinder, Frauen und Männern in der Ukraine und unterstützen daher die Kampagne von AWO International!

Was wir sind und was wir wollen!

A R B E I T E R W O H L F A H R T  - also Wohlfahrt nur für Arbeiter? – Nein!

Eine Wohlfahrtspflege, ausgeübt durch die Arbeiterschaft. Eine Organisation, hervorgewachsen aus der Arbeiterbewegung, mit dem bewussten Willen, in das große Arbeitsgebiet der Wohlfahrtspflege ihre Ideen hineinzutragen. Die Idee der Selbsthilfe, der Kameradschaftlichkeit und Solidarität, aber auch die Idee, dass Wohlfahrtspflege vom Staat und seinen Organen betrieben werden muss und dass auch diese Arbeit bewusst von lebendigen Menschen ausgeübt werden muss.

Die Arbeiterwohlfahrt will nicht wohlwollend geduldet sein, sie verlangt das Recht zur Pflichterfüllung im Staat und in der Gesellschaft. Sie will nicht politische Funktionen der Sozialdemokratischen Partei übernehmen, aber sie will dadurch, dass sie in den ihr gezogenen natürlichen Grenzen an der Verhütung, Linderung und Aufhebung sozialer Notstände mitwirkt, und auch durch ihre Erziehungs- und Schulungsarbeit im staatsbürgerlich demokratischen Sinn wirken und damit selbstverständlich auch der sozialdemokratischen Weltanschauung dienen, wie das die Vertreter anderer Weltanschauungen mit ihrer Arbeit ebenso bewusst tun."

Solidarisches Miteinander in der Gesellschaft ist notwendig und möglich, davon sind wir überzeugt.

„Deshalb kämpfen wir für eine sozial gerechte Gesellschaft, in der für alle Platz ist, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft oder Glaube.“ Marie Juchacz

„Miteinander – Füreinander“, lautet daher unser Motto.

Der Kreisverband AWO im Rhein-Kreis Neuss e.V. baut auf ehrenamtliches Engagement. Dies gehört seit Gründung der AWO im Jahr 1919 zu unseren Grundlagen. Wir fördern dies in allen Arbeitsbereichen.

AWO kritisiert Pläne für Inflationsausgleichsgesetz

11.08.2022. Der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt lehnt die gestern vorgestellten Steuerpläne von Bundesfinanzminister Christian Lindner ab. Dazu erklärt AWO-Präsident Michael Groß:

„Bundesfinanzminister Lindner plant eine Änderung des Grundfreibetrags und eine Verschiebung der Eckwerte in der Einkommensteuer. Durch diese Anpassungen werden zwar alle Steuerzahler*innen entlastet, doch werden dadurch auch bedeutende Mehrausgaben für die öffentliche Hand generiert. Man muss es ganz klar sagen: Geld ist das zentrale Instrument, mit dem Politik gestaltend zum Wohle der Allgemeinheit eingreifen kann. Allerdings fällt die Entlastungswirkung bei Hochverdienenden in absoluten Zahlen höher aus als bei Geringverdienenden. Die vorgesehenen Anpassungen entlasten somit wohlhabende Haushalte auf Kosten dieser Allgemeinheit. Bei einkommensschwachen Haushalten machen sich die Änderungen im Geldbeutel dagegen wenig bemerkbar.“

„Das ist nicht mehr nur sozial nicht ausgewogen, sondern ein Skandal“, so Groß weiter, „Entlastungen müssen bei jenen ankommen, die sie wirklich brauchen und einen hohen Anteil ihres Einkommens für Grundbedürfnisse verausgaben: ganz sicher nicht Personen in der oberen Hälfte der Einkommensverteilung, sondern Geringverdienende und Menschen im Sozialleistungsbezug. Auf Twitter hat der Herr Minister betont, dass ein Steuersystem Ausdruck gesellschaftlicher Gerechtigkeitsvorstellungen sei und von allen als fair empfunden werden sollte. Sehr richtig! Und genau deswegen müssen breite Schultern mehr tragen.“

Laut dem Vorschlag von Lindner solle auch das Kindergeld erhöht werden. Es sei der AWO zufolge zwar generell zu begrüßen, dass insbesondere Familien entlastet werden. Die Erhöhungen sind jedoch viel zu gering und gleichen nicht einmal die Inflation aus. Oberste Priorität müsse stattdessen die Einführung der einkommensabhängigen Kindergrundsicherung haben, da hiermit die Ärmsten zielgerichtet unterstützt würden. Neben Menschen im unteren Einkommensbereich brauchen auch Menschen im Sozialleistungsbezug dringend weitere finanzielle Unterstützung. Dringender geboten als Steuergeschenke an die Wohlhabenden auf Kosten der Allgemeinheit seien daher laut Arbeiterwohlfahrt eine deutliche Erhöhung der Regelsätze sowie eine zeitnahe und realistische Anpassung an das Inflationsgeschehen.

AWO Niederrhein fordert Lern- und Lehrmittelfreiheit

„Kein*e Arbeitnehmer*in muss sich die Arbeitsmaterialien selbst kaufen. Bei Schüler*innen sieht das anders aus“, kritisiert Jürgen Otto, Vorstand beim AWO Bezirksverband Niederrhein, mit Blick auf die aktuelle Diskussion um die immensen Kosten für den Schulstart. „Dabei wird deutlich, wie sehr die Kosten von teilweise mehr als 500 Euro insbesondere einkommensschwächere Familien finanziell belasten. Dazu kommen dann noch Kopierkosten und Gelder für die Klassenkasse“, so der AWO Vorstand weiter: „Unsere Beschäftigten würden sich zurecht einen anderen Arbeitgeber suchen, wenn wir das ebenfalls verlangen würden.“
„Dabei sind die Kosten für die Lernmaterialien für diese Familien nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Denn hinzu kommen Aufwendungen für Ganztagsbetreuung, Klassenfahrten und -ausflüge und außerschulisch für Sportvereine oder Musikunterricht. Und nicht zu vergessen: der alltägliche Markenklamottenirrsinn, der ebenso eine finanzielle Belastung darstellt, wie auch zu Stigmatisierung und Ausgrenzung führt, wenn sich Eltern nicht die angesagtesten Marken für ihre Kinder leisten können“, ergänzt Jürgen Otto.
„Angesichts stetig steigender Kosten für die Wahrnehmung der Schulpflicht ist es an der Zeit, wieder die Lern- und Lehrmittelfreiheit umzusetzen und den dafür zu betreibendenden Aufwand grundsätzlich neu zu überdenken. Das erfordert der Umstand, dass die immensen Kosten immer mehr zu Benachteiligungen von Schüler*innen und sogar von ganzen Schulen führen“, erwartet Jürgen Otto: „Ohnehin hängen Bildungschancen vom Geldbeutel der Eltern ab. Daher sind wir es den Kindern schuldig, dass sie zumindest materiell gleiche Startbedingungen haben. Nur so können wir ihre Teilhabe gewährleisten. Dazu gehört es ebenso, die Mehrwertsteuersätze für Schul- und Lernmaterialien kritisch zu hinterfragen, wie auch die Frage zu beantworten, ob der Verkauf von in Asien zu Minimalkosten hergestellten Schulrucksäcken zu Maximalpreisen von über 200 Euro noch in die Zeit nachhaltigen Wirtschaftens passt. Gerne möchte der AWO Bezirksverband Niederrhein mit interessierten Mitstreiter*innen neue Wege entwickeln und in absehbarer Zeit zur Diskussion stellen.

Keine Gratismentalität: AWO kritisiert Bundesfinanzminister

Berlin, den 10.08.2022. Der Bundesfinanzminister unterstellt Befürworter*innen einer Fortführung des 9-Eurotickets eine „Gratismentalität“. Die Arbeiterwohlfahrt kritisiert die damit ausgedrückte Haltung aufs Schärfste. Dazu erklärt AWO-Präsident Michael Groß:

„Der Begriff der Gratismentalität ist im Zusammenhang mit dem 9-Euro-Ticket populistisch und diskreditiert die positive Wirkung des Tickets für die Menschen, die es als große Entlastung angesichts der steigende Preise erleben. Mobilität ist eine Grundlage für Teilhabe an der Gesellschaft: vom Weg zur Arbeit über Kontakte zum sozialen Umfeld bis hin zu Versorgung mit Lebensnotwendigem. Beim ÖPNV geht es schlicht und einfach um Daseinsfürsorge. Deshalb ist es ein richtiger und überfälliger Schritt, ihn durch ein faires und einfaches Preismodell für alle Menschen zugänglich zu machen. Ob wir beim 9-Euro bleiben oder eine andere Regelung finden, darüber kann diskutiert werden. Aber eine Anschlusslösung muss her!“

Deren Finanzierung könne auch durch den dringend überfälligen Abbau umweltschädlicher Subventionen wie u.a. dem Dienstwagenprivileg möglich werden. „Solche Subventionen kommen vornehmlich wohlhabenden Haushalten zugute. Wenn der Finanzminister ein Problem mit Gratismentalitäten hat, dann sollte er hier ansetzen, statt die Bedürfnisse einkommensschwacher Haushalte für seine politischen Forderungen zu instrumentalisieren“, so Groß abschließend.

Die AWO ist Mitglied im Bündnis sozialverträgliche Mobilitätswende - NABU

Sie spricht sich außerdem für den Abbau umwelt- und klimaschädlicher Subventionen AWO_PosPap_Sozial-ökologische Transformation_0.pdf aus.

Das "Repair Café" in Grevenbroich-Kapellen erweitert das Angebot!

Das Repair-Café steht Ihnen  am 01. September 2022 auf der Schubertstr. 21b in Grevenbroich-Kapellen in der Zeit von 14 - 17 Uhr wieder zur Verfügung!

Es werden nun auch Fahrradreparaturen unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" angeboten. 

Es werden jedoch keine Reparaturen an Gangschaltungen und E-Bikes durchgeführt!!!

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Ihre AWO im Rhein-Kreis Neuss

Versuchen Sie es doch mal und treten mit uns in Kontakt!

Tel. 02181/80302

adipalm@awo-kv-kreisneuss.de

Wir freuen uns auf Sie!

 

 

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Schwangerschaftsabbruch endlich entkriminalisieren


„Der Schwangerschaftsabbruch ist eine bewusste Entscheidung von selbstbestimmten Frauen“, erklärt Nicola Völckel, Leiterin des AWO Lore-Agnes-Hauses, zu den heute durch IT.NRW vorgestellten Zahlen über die Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2021.
Demnach waren 89,9 Prozent der Frauen zum Zeitpunkt des Abbruchs zwischen 18 bis 39 Jahre alt und 7,7 Prozent 40 Jahre oder älter. Zudem hatte mehr als die Hälfte der Frauen vor dem Abbruch bereits mindestens ein Kind geboren.
„Die Zahlen zeigen, dass der Schwangerschaftsabbruch Teil der sexuellen Selbstbestimmung ist und zu den Reproduktionsrechten von Frauen gehört. Entsprechend muss diese Entscheidung entkriminalisiert werden. Der Schwangerschaftsabbruch hat im Strafgesetzbuch nichts mehr zu suchen. Die Paragrafen 218 und 219 StGB gehören ersatzlos gestrichen“, erwartet Nicola Völckel