Heute ist der Europäische Tag der Pflegenden Angehörigen. Zu diesem Tag wird üblicherweise viel gedankt, gelobt, bewundert – auch von der Politik. Dabei hat die gerade erst vorige Woche eine Pflegereform verabschiedet, die für viele pflegende Angehörige ein Schlag ins Gesicht ist: Das Paket sieht unter anderem die Abschaffung der Verhinderungspflege zur Erholung der Pflegeperson vor.
Pflegende Angehörige sind finanziell und vor allem gesundheitlich massiv belastet. Sie geben alles für die Menschen, um die sie sich kümmern – ihre Partner*innen, Eltern oder Kinder. Erholung ist für sie oft ein Luxus – aber einer, auf den sie nicht verzichten können, wenn sie nicht selbst krank werden wollen.
Bisher konnten sie dann auf die Verhinderungspflege zurückgreifen. Zukünftig geht das nicht mehr: Pflegende Angehörige können dann nur eingeschränkt für die eigene Erholung und Stärkung auf das neue Überbrückungsbudget zugreifen – das Budget greift erst dann in vollem Umfang, wenn sie in der Überlastung sind. Im Klartext heißt das: Entlastung? Ja, aber erst, wenn es zu spät ist.
Pflegende Angehörige halten fast im Alleingang die Pflege in Deutschland am Laufen. Sie müssten gestärkt werden, nicht weiter allein gelassen!
Jahresrückblick: Migration und Integration im Rhein-Kreis Neuss
Bereits seit 2019 ist der AWO Bezirksverband Niederrhein e.V. Träger des Bundesprogramms „Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte“ (MBE). Das Programm bietet am Standort Grevenbroich und Umgebung individuelle und bedarfsorientierte Beratung für Zugewanderte. Sie soll Menschen mit Migrationshintergrund, die älter als 27 Jahre sind, bei der sprachlichen, beruflichen und sozialen Integration unterstützen. Ziel der Migrationsberatung ist es, Migrant*innen in ihrem individuellen Integrationsprozess zu begleiten, zu fördern und zu stärken. Im Jahr 2025 konnten mehr 1.000 solcher Beratungen erfolgreich durchgeführt werden. Darüber hinaus nahmen die Kolleg*innen an 26 Netzwerktreffen teil und warben auf lokalen Messen und Veranstaltungen in Grevenbroich und im Rhein-Kreis Neuss für die Angebote. Obwohl in Deutschland so viele Geflüchtete wie nie zuvor leben, sehen sich Träger der Migrationsfachdienste jedoch gezwungen, ihre Angebote für gelingende Integration vor allem aufgrund der schlechten finanziellen Förderbedingungen einzuschränken oder sogar ganz einzustellen. Die Gründe dafür liegen in nicht auskömmlichen Finanzierungen des Landes NRW und des Bundes. So sah sich ein Träger in Mülheim an der Ruhr sogar gezwungen, komplett aus der Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) und dem Landesprogramm „Kommunales Integrationsmanagement“ auszusteigen. In Oberhausen ist kürzlich ein weiterer Träger aus der landesgeförderten Flüchtlingsberatung ausgestiegen. Weitere Träger der MBE und der Flüchtlingsberatung NRW haben mehrere Stellen für 2025 erst gar nicht beantragt. Insgesamt war damit bezirksweit ein Rückgang von 7,25 Stellenanteilen allein im ersten Halbjahr zu verzeichnen, kritisierte der Bezirksverband in einer Stellungnahme und forderte Korrekturen bei der Haushaltsgesetzgebung.