Die soziale Infrastruktur wird kaputt gespart – Schluss damit!

25.02.2026

Die soziale Infrastruktur wird kaputt gespart – Schluss damit!

Die finanzielle Lage vieler sozialer Einrichtungen verschärft sich weiter. Eine aktuelle Umfrage bei Einrichtungen und Diensten der Wohlfahrtspflege – darunter auch bei uns – zeigt: Der Druck auf Kitas, Beratungsstellen, Projekte zur Arbeitsmarktintegration und viele weitere Angebote wächst.

82 % der Einrichtungen erwarten weitere Einschränkungen

28 % befürchten, Angebote ganz einstellen zu müssen

20 % mussten bereits Angebote schließen

Über 60 % halten die regionale Versorgung für nicht ausreichend

Wenn soziale Orte verschwinden, trifft es die Menschen, die am meisten Unterstützung brauchen. Und es schwächt auch das freiwillige Engagement – das Herz unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Unser Präsident Michael Groß macht deutlich:

„In Zeiten, in denen der Sozialstaat immer häufiger infrage gestellt wird, müssen wir ihn stärken, statt ihn zu kürzen. Jahr um Jahr verlieren wir weitere Orte, an denen Menschen zusammenkommen und Hilfe erfahren. Das Problem sind dabei nicht die Kosten, sondern die Tatsache, dass die breitesten Schultern nicht ausreichend in die Verantwortung genommen werden. Wir brauchen dringend eine gerechte Besteuerung großer Vermögen und Einkommen, um gerade auch in benachteiligten Quartieren wieder mehr in den sozialen Aufstieg investieren zu können.“

Mehr Infos und alle Ergebnisse https://awo.org/pres.../finanzielle-lage-der-sozialen-arbeit

#SozialInvestieren

Jahresrückblick: Migration und Integration im Rhein-Kreis Neuss

Bereits seit 2019 ist der AWO Bezirksverband Niederrhein e.V. Träger des Bundesprogramms „Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte“ (MBE). Das Programm bietet am Standort Grevenbroich und Umgebung individuelle und bedarfsorientierte Beratung für Zugewanderte. Sie soll Menschen mit Migrationshintergrund, die älter als 27 Jahre sind, bei der sprachlichen, beruflichen und sozialen Integration unterstützen. Ziel der Migrationsberatung ist es, Migrant*innen in ihrem individuellen Integrationsprozess zu begleiten, zu fördern und zu stärken. Im Jahr 2025 konnten mehr 1.000 solcher Beratungen erfolgreich durchgeführt werden. Darüber hinaus nahmen die Kolleg*innen an 26 Netzwerktreffen teil und warben auf lokalen Messen und Veranstaltungen in Grevenbroich und im Rhein-Kreis Neuss für die Angebote. Obwohl in Deutschland so viele Geflüchtete wie nie zuvor leben, sehen sich Träger der Migrationsfachdienste jedoch gezwungen, ihre Angebote für gelingende Integration vor allem aufgrund der schlechten finanziellen Förderbedingungen einzuschränken oder sogar ganz einzustellen. Die Gründe dafür liegen in nicht auskömmlichen Finanzierungen des Landes NRW und des Bundes. So sah sich ein Träger in Mülheim an der Ruhr sogar gezwungen, komplett aus der Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) und dem Landesprogramm „Kommunales Integrationsmanagement“ auszusteigen. In Oberhausen ist kürzlich ein weiterer Träger aus der landesgeförderten Flüchtlingsberatung ausgestiegen. Weitere Träger der MBE und der Flüchtlingsberatung NRW haben mehrere Stellen für 2025 erst gar nicht beantragt. Insgesamt war damit bezirksweit ein Rückgang von 7,25 Stellenanteilen allein im ersten Halbjahr zu verzeichnen, kritisierte der Bezirksverband in einer Stellungnahme und forderte Korrekturen bei der Haushaltsgesetzgebung.